Eine fantastische Saison 2015/2016 neigt sich dem Ende zu. Viele Poetry-Slam-Siege dabei gewesen, unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Zürich, Wien, Stuttgart, Leipzig, Linz, Lübeck, Lüneburg, Graz, Würzburg, Freiburg, St. Gallen und Basel. Highlights dieser Saison waren der Sieg beim Bunker-Slam-Jahresfinale in der Laeiszhalle Hamburg, die Chicago-Reise mit dem Goethe-Institut, die Moderation des größten Poetry Slams Bayerns, die Mitarbeit und Einblicke in die Produktion von drei TV-Sendungen und das Signing bei einem großen Publikumsverlag für mein viertes Buch und das erste, das keine Textsammlung ist.

 

Ich denke, für Comedy und Kabarett war es allgemein eine denkwürdige, wenn auch nicht ganz einfache, Zeit. Am deutlichsten hat sich das natürlich beim Erdogan-Skandal, der großen "E-Bombe", gezeigt. Aber auch sonst ist Satire wieder ziemlich relevant geworden, was man unter anderem am durchschlagenden Erfolg des Kinofilms "Er ist wieder da" gesehen hat oder daran, dass Serdar Somuncu inzwischen zu so etwas wie dem vielleicht wichtigsten Mahner und Denker der Nation gereift ist. Irgendwo habe ich mal gelesen: "We used to laugh at comedians and listen to politicians. Now we laugh at politicians and listen to comedians." Dazu waren Fotos von John Oliver und Donald Trump abgebildet. Das trifft es ganz gut. Es scheint, als können moderne Dramen, die nicht Game Of Thrones sind, kaum mit der Absurdität und der Geschwindigkeit des Hier und Jetzt mithalten. Das war ja zum Beispiel ein großes Problem der vierten Staffel House Of Cards: Dass sie "langweiliger" war als die Realität. Es bleibt also spannend ... (Sorry, dass ich hier floskelhaft werde aber allgemeine Anklagen à la "In was für einer Welt leben wir eigentlich?!" sind nicht so mein Ding. "In einer beschissenen" ist die Antwort. Eine beschissene Welt mit einem beschissenen Land mit beschissenen Leuten. Na und jetzt? Versuch wenigstens du, ein bisschen cool zu sein. Lies keine Online-Kommentare, sondern Essays und Bücher, ernähr dich gesund, geh in die Natur, hilf Schwächeren und das Allerschwerste: Sei zugleich selbstbewusst und selbstkritisch. Verschwende deine Zeit nicht mit dem Geschwätz von irgendwelchen Mitläufern und Idioten. Aber ich schweife ab ...)

 

Vielen Dank an alle VeranstalterInnen fürs Einladen, alle ZuschauerInnen für die guten vibes, alle Fans für das Kaufen und sharen von meinem Stuff und alle KollegInnen für die guten Gespräche bei ein oder zwei Kabas nach der Show (siehe Foto beim Best Of in Lübeck am 15. Juni 2016). Wir sehen uns bei ein paar Open-Airs im Sommer oder in alter Frische und mit neuem Buch im Oktober. Ich fahre jetzt auf meinem Hochrad davon.